Die Patientin sagte zu mir: „Manchmal spüre ich, dass etwas in meinem Leben nicht mehr passt. Ich blicke auf die Lage, in der ich mich befinde und überlege, was ich verändern könnte. Vieles scheint wie zementiert. Es gibt dauernd Notwendigkeiten, Zwänge oder Erwartungen. In der Tiefe meiner Seele spüre ich immer deutlicher: So geht es nicht weiter. Mir fehlt die Kraft.“
Im Hintergrund läuft ein Lied. Der Sound hat Anklänge von Reggea – die Musik des Widerstands gegen Dinge, die unterdrücken: „Manchmal, wenn ich in dein Gesicht blicke, ist da etwas in deinen Augen, dass mir klar macht: Wir haben keine Chance, wenn wir so weitermachen.“ Jerney Kaagman, 1947 in Den Haag geboren und Gründungsmitglied der Band „Earth and Fire“, landete 1980 mit „Weekend“ einen Welthit. Es geht um eine junge Frau, die es satthat, in einer Wochenendbeziehung zu leben. „Liebe im Herzen – ich möchte ein ganzes, nicht nur einen Teil.“
Wenn sich kein Ausweg zeigt, ist es gut, auf die Gefühle im Herzen zu achten und auf Widerstände: Zweifel und Hoffnung, Angst und Vertrauen – vieles ist nebeneinander. Wo ist meine Liebe? Was trägt?
Lebe ich so, dass es guttut? Nur wenn es auch mir gut geht, kann ich gut für andere sein. „Gott wird von uns nur durch das beleidigt, was wir gegen unser eigenes Wohl tun“, sagt der heilige Thomas von Aquin.
„Weil ich niemals zuvor jemanden so geliebt habe wie dich“ – lautet der Refrain.
Die Kraft der Liebe kann verändern!
Thomas Seibert, Diplomtheologe
Bild: pixabay


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