Es ist sinnvoll, nach den ersten Sitzungen des im März neu gewählten Pfarrgemeinderates innezuhalten, die bisherige Praxis zu reflektieren und sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen. Den zwei Experten der Gemeinde- und Organisationsberatung unseres Bistums, Karina Lober und Erich Zellhuber, ist es gelungen, das ehrenamtliche Gremium, das von den beiden Vorsitzenden Fritz Manzeneder (1.) und Sophia Schaufler (2.) geleitet wird, dabei zu unterstützen. Geborene Mitglieder sind der leitende Pfarrer Nikolaus Wurzer M.A. und das Team der pastoralen Hauptamtlichen.
Sehr wertvoll war das Beisammensein am Freitagabend des letzten Oktoberwochenendes in einem benachbarten Selbstversorgerhaus. Das reibungslose und freundliche Zusammenspiel beim Kochen und Spülen, beim Vorbereiten der Räume und den vielen kleinen Dingen gab schon eine positive Vorahnung für den kommenden Tag. Interessant waren die von Sophia Schaufler und Fritz Manzeneder vorbereiteten Fragen, wie zum Beispiel: „Was ist für mich Heimat?“ oder „Was beschäftigt mich bei der Arbeit?“ In offener und lockerer Atmosphäre entstand schnell eine sehr persönliche Gesprächsrunde, entspannt und tiefsinnig – und bei einem Glas Wein, wer wollte.
Am darauffolgenden Samstag beschäftigte sich die Gruppe mit drei zentralen Fragenkomplexen:
- Was freut, ja begeistert mich?
- Welchen harten Wahrheiten müssen wir ins Auge sehen? / Was geht zu Ende?
- Was will neu werden? / Wo zeigt sich schon etwas davon?
Es wurden die vielfältigen Angebote zusammengetragen, die es für die Zielgruppen Kinder und Jugend, Familien, Senioren und Menschen in Krankheit und Not gibt: das Abendlob, die Feier der Ehejubilare, der Bibelkreis, das Pfarr-Café, das Taizé-Gebet, das Friedensgebet, die Einkehr am Mittwoch, das Innehalten im Advent, die Besuche der Neuzugezogenen und der Menschen mit runden Geburtstagen, das Müllsammeln, die Ökumenische Andacht im Grünen, das Engagement für geflüchtete Menschen, das Minimix-Wochenende, die Ministranten-Gruppen, das Zeltlager, die Erstkommunion- und Firmvorbereitung, die Waldweihnacht, das Sternsingen, der Kinderbibeltag, die Kinder- und Familiengottesdienste, der Seniorenkreis, die Seelsorge und die Gottesdienste im Haus Abraham, das Pfarrfest und der Adventsbasar.
Zu den harten Wahrheiten gehören teils starre Strukturen und Traditionen, die Frage nach dem passenden Verhältnis von Bewahren und Öffnen, der „Dorfcharakter“ mit seinen Vor- und Nachteilen (gute persönliche Kontakte und Netzwerke, aber auch die Gefahr geschlossener Kreise und fester Gewohnheiten), die begrenzten zeitlichen, finanziellen und personellen Ressourcen, und die besondere Schwierigkeit, Menschen in der Lebensmitte zu erreichen.
Wichtig für eine lebendige Gemeinde sind nicht nur Angebote im Sinne einer „Komm-Struktur“, bei denen die Menschen zu etwas kommen sollen. Sondern auch eine Pastoral mit „Geh-Struktur“! Das bedeutet, auf Menschen in ihren Lebenswelten zuzugehen, z.B. im Seniorenheim, bei einem Hausbesuch in ihrer Wohnung, oder bei einem Verein. Letzteres soll wieder stärker in den Blick genommen werden. Hier geht es darum, an bestehende Strukturen anzudocken – konkret: Die Pfarrei bemüht sich um einen besseren Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft der Vereine (ARGE Inningen). Ein bedeutender Hinweis von Pfarrer Wurzer ist, nicht zu fragen: „Was wollen wir tun?“ sondern „Warum?“ – „Welche Früchte im Glauben sollen wachsen?“
In den nächsten Sitzungen will sich der Pfarrgemeinderat näher befassen mit dem Friedensgebet, dem Pfarr-Café, der Fronleichnams-Prozession, der Begrüßung der Neugetauften und der Neuzugezogenen. Beschlossen wurde zudem, dass der Erlös des Adventsbasars 2026 zu zwei Teilen für die Sanierung des maroden Kirchendachs verwendet wird, und zu einem Teil für die Kartei der Not. Diese Entscheidung ist notwendig, weil durch die Mängel am Dach eine Schließung der Kirche drohen würde, die geschätzten Sanierungskosten von 150.000 € je nach Ausmaß des noch genau zu prüfenden Schadens erheblich ansteigen können und die Zuwendungen des Bistums abnehmen.
Zum Abschluss gestaltete Pfarrer Nikolaus Wurzer zusammen mit dem Team einen hoffnungsvollen geistlichen Impuls mit besonderem mit Bezug zum Heiligen Franz von Assisi.
Thomas Seibert


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