So lautete der Titel eines ansprechenden Vortrages, den Margaretha Wachter, Referentin der Altenseelsorge und ehemalige Klinikseelsorgerin, beim Seniorenkreis St. Peter und Paul in Inningen am 13. Juli gehalten hat. Die beiden Leiterinnen Renate Bund und Renate Sauter hatten dazu eingeladen. Es war aber viel mehr als ein Vortrag! Immer wieder hat die Seelsorgerin es verstanden, die älteren Menschen aktiv einzubeziehen. Dabei ging es zum Beispiel um geläufige Redewendungen, die mit einer bestimmten Farbe zu tun haben, um Lieder und Gedichte.
Die theologische Grundlegung war jene Bibelstelle aus dem Buch Genesis (Kap. 9), die davon erzählt, wie Gott seinen Bund mit Noah schließt und der Regenbogen als Zeichen der Treue und Verbundenheit erscheint. Die Farben des Regenbogens bildeten gleichsam den roten Faden des Nachmittags.
Auftakt war die Farbe Rot – symbolisch für die Liebe, aber auch für Blut und Energie, Gefühle wie Wut und Zorn. In der kirchlichen Kunstgeschichte wird der Lieblingsjünger Jesu, Johannes, in dieser Farbe dargestellt. Und ebenso die Märtyrer. Schließlich steht Rot für die Liebe Gottes zu den Menschen in Jesus Christus.
Orange steht für Kreativität und erinnert an die eigenen Kraftquellen. Als der Prophet Elija in eine tiefe seelische Krise geraten ist, erscheint ihm ein göttlicher Engel mit der mutmachenden und kraftspendenden Zusage: Steh auf und iss! (1 Könige, Kap. 19)
Gelb – alle denken sofort an die Sonne, die Heiterkeit und die Lebensfreude. Zur anderen Seite gehören die Eifersucht und traurige geschichtliche Hintergründe, wie das gelbe Stoffband, das Prostituierte im Mittelalter tragen mussten, oder der gelbe Judenstern. Und dennoch überwiegt das Schöne, wie es das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“ zum Ausdruck bringt. Das Leben als Reise.
Grün ist Hoffnung, die Natur und damit verbunden das Gefühl von Lebenszufriedenheit. Als Impuls: Was gibt mir Hoffnung?
Bei Blau kommt sofort der Himmel in den Sinn – und das Wasser. In der kirchlichen Kunst erscheint Maria im blauen Mantel, ein Zeichen für Schutz und Vertrauen. Wem vertraue ich? Was bzw. wer gibt mir Vertrauen? Die Redewendung vom „Blaumachen“ ginge darauf zurück, dass in früheren Zeiten die Handwerker einmal im Quartal einen freien Montag hatten. Die Musikrichtung des Blues erinnert an die traurige Seite dieser Farbe.
Die letzte der Regenbogenfarben ist Lila bzw. Violett. Sie entsteht aus der Mischung von Blau und Rot und kommt in der Fastenzeit zum Einsatz – und lässt sich als Symbol für Veränderung, Neuanfang und Hoffnung verstehen.
Der bunte Regenbogen ist wie eine Brücke zum Himmel! Wo ist der bunte Regenbogen in mir?
Thomas Seibert
Bild: pixabay


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